Die Kriegszeit


Der Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen am 01.09.1939 markiert den Kriegsbeginn des 2. Weltkriegs.
Der Kriegsausbruch wurde vor allem von der Elterngeneration der Zeitzeugen, die noch Erinnerungen an den 1.Weltkrieg hatten, skeptisch registriert. Der im Juni 1941 begonnenenn mit unvergleichlicher Härte und Grausamkeit geführte "Vernichtungskrieg" gegen die Sowjetunion und die überraschend schnellen Eroberungen der Wehrmacht in großen Teilen Europas, schien die Propaganda der unbesiegbaren Nation in den Augen der Jugend zu bestätigen.

Kiel war als Stadt der Kriegsmarine und des Kriegsschiffbaus ein strategisch wichtiges Ziel der alliierten Streitkräfte. Schon im Herbst 1939 hatten Flieger der britischen Luftwaffe mehrmals Alarm ausgelöst. Am 2. Juli 1940 fielen die ersten Bomben auf die Deutschen Werke und auf Wohngebiete, auch in Gaarden. Die Bombenangriffe erfolgten in den ersten Jahren fast nur nachts, steigerten sich aber an Zerstörungskraft im Laufe des Krieges.

Durch die schnellen Siege der Wehrmacht wurden Stimmen gegen den Krieg zunächst entkräftet. Kritische Töne mehrten sich, als Deutschland im Juni 1941 die Sowjetunion angriff und die Siegesmeldungen nach Stalingrad zweifelhaft wurden. In vielen Haushalten wurde Radio BBC gehört, um – anders als in den Wehrmachtsberichten – Auskunft über den wirklichen Frontverlauf zu erhalten.

Die Ausfälle von in den Krieg eingezogenen Arbeitskräften in vielen Teilen der Industrie wurden durch Zwangsarbeiter ersetzt. Insbesondere die kriegswichtige Rüstungsproduktion bediente sich an der massenhaften und brutalen Verschleppung aus den besetzten Ländern.

Viele Gaardener Zeitzeugen erreichten im weiteren Kriegsverlauf das Alter, in die Wehrmacht eingezogen zu werden.
Die paramilitärisch organisierte HJ diente als Rekrutierungsfeld junger Männer für den Kriegseinsatz.
Feldpost und Heimaturlaub waren für die Familien die einzigen Verbindungen zu ihren Söhnen an der Front.

Am 25. April 1945 trafen sich amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe. Während die NS-Propaganda Durchhalteparolen verbreitete und das Gerücht von einer „Wunderwaffe“ streute, beging Hitler am 30. April 1945 in seinem Bunker Selbstmord. Die Stadt Berlin kapitulierte am 2. Mai 1945. Am 4.Mai fuhren die ersten britischen Panzerwagen in die Stadt und besiegelten das Kriegsende auch in Gaarden.