Die Kinder und Jugendlichen in Gaarden verbrachten ihre freie Zeit vor allem draußen und mit einer Vielzahl anderer Kinder. Auf der Straße und auf den Höfen wurde gespielt und dort wurden auch zahlreiche Kämpfe untereinander ausgefochten.
Die Schulzeit ist etwas, woran sich viele Zeitzeugen besonders intensiv, aber auch mit gemischten Gefühlen erinnern. Gerade die Generation, die in den 30ern und 40er Jahren eingeschult wurde, erlebte die Schullaufbahn nicht selten als Irrfahrt zwischen wechselnden Orten und Systemen.
Für viele Jugendliche endete die Schulzeit schon mit 14 Jahren. Höhere Schulbildung war ein Luxus, den sich nur wenige Gaardener Familien leisten konnten.
Mädchen bekamen oft gar keine richtige Ausbildung. Wie die Zeitzeugen ihren Einstieg ins Berufsleben beschreiben, erfährt man unter dem Aspekt Berufsausbildung.
Aus den Erzählungen läßt sich ein Bild über das Familienleben zusammenfügen, das sehr vielfältige, mit Sicherheit oft auch idealisierte Facetten zeigt.
Für alle Familien gleich einschneidend und konfliktreich war der Zugriff der Nationalsozialisten auf die Erziehung der Jugend und schließlich der Krieg.
Die Erziehung der Jugend gehörte zu den primären Aufgaben, die gleich 1933 von der NSDAP und ihren Organisationen besetzt wurden. Fast alle Zeitzeugen sind Hitler-Jugend und BDM beigetreten, widerstrebend die Pflicht erfüllend oder mit Begeisterung. Dieser Aspekt gibt höchst ambivalente Einblicke in eine für alle prägende Zeit.
Wegen der zunehmenden Bombardierungen auf deutsche Städte wurde die Umsiedlung der Kinder in weniger gefährdete, ländliche Gebiete angeordnet. Auch die meisten Gaardener Kinder und Jugendliche kamen auf "Kinderlandverschickung".
|